(weitere) Aktion vor Rathaus– RDK7 Abschalten und Solidarität mit Beschäftigten

Anlässlich der heutigen Gemeinderatssitzung versammelten wir uns gemeinsam mit Aktivist:innen von Fridays for Future, Klimacamp und Klimakollektiv vor dem Karlsruher Rathaus. Verhandelt wird dort heute der Antrag über die weitere Abwassereinleitung und -entnahme des Karlsruher Kohlekraftwerks Block Sieben (RDK7). Dieser ist für einen Weiterbetrieb des RDK7 notwendig. Lehnt der Gemeinderat diesen ab, könnte ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz getan werden. Millionen Tonnen Kohlendioxid und tausende Tonnen von Stickoxide ließen sich dadurch vermeiden und der Rhein würde durch weniger Abwasser und -wärme stark entlastet. Klimatechnisch gesehen also ein notwendiger und sehr vernünftiger Schritt!

Gleichzeitig dürfen die aktuell 90 Angestellten, die bei einem Stopp des Weiterbetriebs mit dem Verlust ihres bisherigen Arbeitsplatzes, sowie einer ungewissen Zukunft konfrontiert sind trotzdem nicht vergessen werden. Diese dürfen nicht, wie in unserem System üblich zu den Leidtragenden von Betriebsschließung gemacht werden. Stattdessen braucht es großzügige Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, Beschäftigungssicherung und ein Verbot von Entlassungen. Die offensichtliche Gefahr ist, das die EnBW auf Kosten ihrer Lohnabhängigen auf den letzten Metern noch weiter Profit einfahren möchte. So, wie die Arbeiter:innen des RDK schon in der Vergangenheit die Kündigung ihrer Kolleg:innen durch eine Arbeitszeitreduzierung mit gleichzeitigem Lohnverlust selbst auffangen mussten.

Wenig verwunderlich stellte, die den Klimawandel leugnende AfD einen Antrag gegen einen eventuellen Entzug der wasserrechtlichen Erlaubnis für die Karlsruher Steinkohlekraftwerke. Sie phantasiert im gleichen Zuge von Blackouts und Klima-Sozialismus und macht sich zum Sprachrohr der Kohlelobby und Konzerninteressen.

In kurzen Redebeiträgen, mit Schildern und Transparenten machten wir Passant:innen und Gemeinderät:innen darauf aufmerksam, das für eine klimagerechte Lösung ein schneller und konsequenter Klimaschutz und der Schutz der Angestellten zusammen gedacht werden müssen! Rechte Parteien wie die AfD bieten keine Lösungen für eine lebenswerte Zukunft. Ein Flyer des Klimakollektivs ergänzte unter anderem die Perspektive der Betroffenen aus den Steinkohleabbaugebieten.

Mit der heutigen Aktion hoffen wir einen ersten kleinen Schritt in Richtung Überwindung des großen Grabens, der zwischen Arbeiter:innen in Kohlekonzernen und Klimabewegung klafft gegangen zu sein. Wir werden uns auch zukünftig solidarisch mit den Beschäftigten zeigen, die in klimaschädlichen Bereichen arbeiten müssen. Denn das Problem sind nicht Sie, sondern ihre Chefs und Konzerne denen sie unterstehen. Die Lösung davon kann nur sein, die Bosse zu entmachten, die Konzerne zu enteignen und eine Gesellschaft ohne Profitzwang zu schaffen.

Die Klimakrise darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden!

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