Aktionswochenende Energieversorgung in unsere Hände – Imperialismus bekämpfen

Gemeinsam mit weiteren antikapitalistischen Klimatreffen beteiligen wir uns zwischen 10. und 12. Juni am Aktionswochenende „Energieversorgung in unsere Hände – Imperialismus bekämpfen“. Aktuell sind in 10 Städten bisher Aktionen angekündigt. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, oder Material dazu möchtet, dann schaut mal auf der Homepage des Aktionswochenendes vorbei. Den Aufruf spiegeln wir hier für euch:

Aufruf

Unsere Welt ist getrieben von Erdöl, Erdgas und Kohle. Sie dienen als Energieträger in Heiz- und Elektrizitätswerken, als Treibstoff in Fahrzeugen, als Rohstoff in der Industrie. Aber: Ihre Nutzung zerstört unsere Lebensgrundlagen und steuert uns auf eine globale Erwärmung von 3 Grad und mehr zu. Das bedeutet schon heute Dürre, Hunger, Flucht und Tod für eben jene hunderte Millionen Menschen, die am wenigsten dazu beitragen. Währenddessen jetten die Kapitalist:innen von ihrer Drittvilla mit dem Privatjet auf die Zweityacht und entziehen sich den Konsequenzen der Klimakrise.

Doch sie sind die Verantwortlichen, denn sie besitzen die die Bohrtürme, Kraftwerke und Fabriken. Ein unersättlicher Profithunger wohnt der kapitalistischen Produktion inne. Um dem ewigen Wachstumszwang des Kapitals gerecht zu werden, bringen die Kapitalist:innen, z.B. der EU und USA, weltweit Land und Produktion unter ihre Kontrolle. 

Diesen Mechanismus nennen wir Imperialismus und begreifen ihn als notwendigen Bestandteil des Kapitalismus. Jeder Teil der Erde soll der kapitalistischen Logik unterworfen werden. Ein Wald erhält im Kapitalismus erst dann Wert, wenn die Bäume gefällt und das Holz verkauft werden – was keinen Profit erzeugt, wird untergeordnet und vernichtet. Die weltweite Ausbeutung geht von Konzernchefs und Aktionär:innen mit Konzernzentralen u.a. in Deutschland aus. Deshalb können wir ihnen hier am gefährlichsten werden. 

Die bürgerlichen Staaten treten als Erfüllungsgehilfen der nationalen Kapitalist:innen auf, um ihre Konzerne international wettbewerbsfähig zu machen: Beispielsweise brechen sie Kriege vom Zaun, wie im Irak, um ihre Einflusssphären abzugrenzen. Sie lassen von ihren Geheimdiensten linke Regierungen durch Putsche beseitigen, wie in Chile oder Bolivien. Sie finanzieren Diktaturen, wie in Saudi-Arabien, die klassenkämpferische oder indigene widerständische Bewegungen gewaltsam unterdrücken und ihren Kapitalinteressen den Weg bereiten. Mittels Institutionen wie dem Internationalen Währungsfond und der Weltbank zwingen sie ausgebeutete Länder in ihre Abhängigkeit und so zu „Reformen“ wie der Privatisierung von Stromnetzen, Wasservorkommen und Wäldern. All das wird Thema sein, wenn sich Ende Juni die Vertreter:innen der G7-Staaten in Elmau treffen.

Auf Regierungen ist also kein Verlass, wenn es um hinreichenden Klimaschutz geht – sie haben dazu nicht mehr als Klassenkampf von oben und Greenwashing in Form von z.B. Elektroautos oder „grünem Wasserstoff“ zu bieten. 

Die Eigentümer:innen von RWE, Wintershall DEA & Co. verlagern ihre Produktion ins Ausland, wo sie Mensch und Natur noch stärker ausbeuten können. Dabei wollen sie uns dann auch noch erzählen, wie nachhaltig sie im Gegensatz zu Konzernen in anderen Ländern seien. Unsere Abhängigkeit von fossiler Energie nutzen sie auch hierzulande konsequent aus: Der drastische Anstieg der Benzinpreise seit Beginn des Ukraine-Kriegs begründet sich fast vollständig dadurch, dass sie den Ölpreis künstlich in die Höhe treiben und damit auf unserem Rücken die Gewinne erwirtschaften. 

Wenn wir eine gerechte und nachhaltige Energieversorgung für alle erreichen wollen, müssen wir die Energieversorgung den Kapitalist:innen entreißen und echter demokratischer Kontrolle unterstellen. Erst dann ist eine entschlossene, klimagerechte Energiewende mit einem Ausbau der erneuerbaren Energien und einem Ende der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle möglich. Erst dann können wir das produzieren, was benötigt wird, statt nur das, was profitabel ist. 

Nur gemeinsam können wir die globale Ausbeutung bekämpfen. Wir müssen uns mit den globalen Kämpfen für Klimagerechtigkeit und gesellschaftlichen Fortschritt solidarisieren, von Chiapas bis Dakota, vom Amazonas bis Ozeanien. Um den Imperialismus zu bekämpfen, müssen wir uns den Profiteur:innen der Ausbeutung entschlossen entgegenstellen. 

Wir rufen zu einem Aktionswochenende vom 10. bis 12. Juni auf: Lasst uns gemeinsam die Machenschaften der Kapitalist:innen hier aufdecken und angreifen! 

Energieversorgung in unsere Hände – Imperialismus bekämpfen! 

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