Solidaitätsmahnwache mit den Kämpfen von #alleDörferbleiben

Am 30.10.2021 haben wir uns solidarisch mit dem Kämpfen um Lützerath gezeigt. Hierzu verwandelten wir den Friedrichsplatz temporär in eine Friedhof für die von RWE enteigneten und zerstörten Dörfer, die für die Gewinnung von Kohle vernichtet wurden. Dafür haben wir vorbereitete Kreuze bereitgestellt, die sich spontan solidarisierende Passant:innen und andere Interessierte beschrifteten und aufstellten, sodass sich über die Zeit mehr und mehr ein eindrucksvolles Bild der Enteignung von oben zeigte. Mit Redebeiträgen und im persönlichen Gespräch konnten wir Passant:innen das Thema „Verknüpfung von Enteignung, RWE und Lützerath“ näher bringen. Viele äußerten sich bestürzt darüber, dass durch deutsche Konzerne un den Staat in der Art großem Ausmaß enteignet wird, in den letzten Jahren waren dies mehr als 1600 Dörfer und Grundstücke. Mit Sprühkreide haben wir auf der Straße auch visuell dargestellt, wie viel Tonnen CO2 RWE noch abbaggern dürfte, um im Rahmen des 1,5°C Ziels zu bleiben und damit die Erdüberhitzung einzudämmen; dagegen haben wir die Menge Kohle dargestellt, die RWE in den nächsten Jahren noch zur Profitgewinnung abbaggern will. RWE möchte noch 780mio Tonnen Kohle abbagern, was fast viermal so viel ist, wie die 200mio Tonnen Kohle, die das 1,5°C Ziel noch zulassen und für die keine weiteren Dörfer vernichtet werden müssten. Dies verdeutlichten wir mit Quadraten auf der Straße.

Auch wenn der letzte Bewohner Lützeraths, Eckardt Heukamp, eine Galgenfrist, für die Räumung seines Grundstückes bis Anfang Januar 2022, bekommen hat bedeutet das nicht das wir das Thema aus den Augen verlieren dürfen. Wir müssen weiter wachsam und solidarisch sein und gegen Enteignungen von oben vorgehen!

———— Redebeitrag ————

Wir sind heute hier, um unserer Solidarität mit den Kämpfen gegen Braunkohle Ausdruck zu verleihen. Hierbei geht es aktuell um ein kleines Dorf im rheinischen Braunkohlerevier. Lützerath ist akut durch die Erweiterung des Tagebaus Garzweiler II bedroht. Und damit ist es nicht der einzige Ort, der von Enteignung bedroht ist. Der Profitgier von Kohlekonzernen mussten bereits 125.000 Menschen in 372 Dörfern weichen. Nun steht der Abraumbagger nur noch 100m von Lützerath entfernt – ein bedrohliches Szenario für die Anwohner:innen sowie unser Klima. RWE will mit der Räumung weiterer Dörfer Fakten schaffen, obwohl diese noch bewohnt sind und die Welt sich in einer Klimakrise befindet, welche durch Braunkohle weiter befeuert wird. Die sich häufenden Klimakatastrophen halten die Profitgier des Energiekonzerns nicht auf. Nicht einmal die Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen mit hunderten Toten, Existenzlosen und Vermissten stoppen RWE. Der Drang auf dem Energiemarkt zu bestehen ist zu Groß. Deshalb müssen wir die Energiewirtschaft dieser Kapitallogik entziehen und sie demokratisch und klimaverträglich gestalten.

Wird von der Enteignung von Großkonzernen gesprochen, ist der Aufschrei groß. Doch wenn es dem Interesse eines Großkonzerns dient, ist eine Zwangsumsiedlung kein Problem. In den letzten 20 Jahren wurden zahlreiche Grundstücke in Deutschland für Straßen und Tagebaue eignet. Diese Zwangsenteignungen und Umsiedlungen werden dann mit „Gemeinwohl“ begründet. Doch die Enteignung der Bewohner der Dörfer im Gebiet der Tagebaue dient keineswegs dem „Gemeinwohl“. Es ist fast schon Hohn, zu behaupten, es würde dem Gemeinwohl dienen, für einen der klimaschädlichsten Energieträger Enteignungen durchzusetzen. Es dient einzig und allein den Aktionär:innen von RWE. Und der Staat trägt diese Interessen mit, statt tatsächliche Fortschritte in der Klimapolitik zu machen. Aus diesem Grund wurde im Rheinland eine ZAD (zone a defendre, „zu verteidigendes Gebiet“) errichtet. Wie damals der Hambacher Forst verteidigt wurde, gilt es nun auch, die Dörfer zu verteidigen und Widerstand zu leisten. Seit einem Jahr besetzen Aktivist:innen Lützerath mit Baumhäusern und Tripods.

Ab dem 1.11., also Montag, sollte die Enteignung des letzten Grundstücks, dem Hof von Eckhardt Heukamp, rechtskräftig sein. Innerhalb der nächsten Wochen soll das Dorf dem Bagger weichen. Doch damit wird der Ort nicht dem Abriss überlassen! Dieses Wochenende wurde zum Unräumbar Festival nach Lützerath mobilisiert. Wir stehen hier in Solidarität mit allen Aktivist:innen, die sich den Konzerninteressen entgegenstellen und die Erweiterung des braunen Schlunds des Tagebaus verhindern!

Zwar bleibt Eckard Heukamp aufgrund einer Beschwerde eine Galgenfrist bis zum 07. Januar 2022, doch gilt das nicht für die übrigen Gebäude in Lützerath. RWE will auch nach der Zerstörung von Lützerath nicht aufhören. Acht weitere Ortschaften sollten bis in die 2030er dem Tagebau weichen. Das bedeutet nicht nur die Umsiedlung von zahlreichen Menschen, sondern führt auch dazu, dass wir das 1,5°C Ziel des Pariser Klimaabkommens nicht einhalten können.

Wollen wir diese Grenze einhalten, dürfen noch maximal 200 Millionen Tonnen Braunkohle in Hambach und Garzweiler II abgebaut werden – Das wäre auch ohne die Zerstörung von weiteren Ortschaften möglich. RWE und die Bundesregierung wollen jedoch noch 780 Millionen Tonnen fördern und das ohne energiewirtschaftliche Notwendigkeit!

Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der kein Profitinteresse einzelner Konzerne Dörfer zerstören, Landwirte enteignen und Wälder roden kann. Wir müssen Konzernen wie RWE die Macht nehmen, damit nach den Interessen von Mensch und Natur gewirtschaftet und produziert werden kann. Dazu müssen Konzerne wie RWE enteignet werden und nicht Bewohner:innen und Landwirt:innen in den Kohlerevieren!

Die 1,5 Grad Grenze verläuft durch Lützerath!

Antikapitalistische Beteiligung am Global Climate Strike 22.10.

Im Zuge der bundesweiten Klimastreiks von Fridays for Future beteiligten wir uns an den heutigen Protesten in Karlsruhe. Die Reden, die vor Beginn der Demonstration von verschiedenen Akteur:innen gehalten wurden, positionierten sich alle kritisch gegenüber einer Gutgläubigkeit in die neu gewählte Regierung und gegen ein blindes Vertrauen in Konzerne. Stattdessen waren sich alle einig – Wir müssen gemeinsam Druck von der Straße aufbauen und ins aktive Handeln kommen! Mit unserer Rede konnten wir diese Punkte noch einmal inhaltlich vertiefen.

Laut und entschlossen zogen wir bei bestem Wetter mit 500 Menschen anschließend durch die Innenstadt. Wie schon im vergangenen Monat ergänzten wir die Demonstration mit einem antikapitalistischen und klassenkämpferischen Ausdruck. Dabei hoben wir immer wieder mit Sprechchören hervor, dass die Bewältigung der Klimakrise nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden darf und wirklicher Klimaschutz nur gemeinsam von unten erzwungen werden kann, indem die Konzerne enteignet und jegliche Strukturen, die den Umwelt zerstörenden Kapitalismus stützen entmachtet werden. Unsere klare Positionierung brachte uns dabei viel positiven Zuspruch von Teilnehmer:innen.

Klimaschutz heißt Klassenkampf – Macht den scheiß Konzernen Dampf!

Aber unabhängig davon, was wir gewählt haben und was das Ergebnis der aktuellen Koalitionsverhandlungen sein wird – werden wir auf KEINE klimagerechte Gesellschaft zusteuern. Denn sollte die sogenannte „Ampel“ zustande kommen, würden Parteien regieren, deren Politiker:innen in der Vergangenheit Fridays for future mehrfach verunglimpft und de-legimitiert haben, die Rodung des Dannenröder Forstes mitverantwortet haben und Kohlekonzerne lieber mit Milliardenbeträgen entschädigen wollen als wirklichen Klimaschutz voranzutreiben. Und dieser unzureichende Klimaschutz ist keine Folge von Inkompetenz, sondern eine bewusste Entscheidung. Die Politik wird weiterhin darauf ausgelegt sein, Konzerne und Bonzen anstatt des Klimas zu schützen. […]

Unsere Wahl zur Klimagerechtigkeit führt nur über eine Kampfansage – gegen Konzerne und gegen die Politiker:innen, die mit aller Kraft versuchen deren Macht zu sichern! Wir müssen unsere Zukunft also selbst in die Hand nehmen! Im September haben wir bereits gegen die Internationale Automobilausstellung protestiert und bald müssen wir wieder gegen Braunkohle aktiv werden! Am Samstag, den 30.10. veranstalten wir eine Soli-Aktion für Lützerath. Wer Lust hat diese vorzubereiten, kann am Dienstag, den 26.10. um 19 Uhr ins Barrio137 in der Südstadt kommen. Und wer heute mit uns laut sein möchte, kommt zum roten Hochtransparent! Lasst uns gemeinsam kämpfen gegen den Kapitalismus, gegen die Zerstörung unserer Umwelt und Lebensgrundlagen und für die Enteignung von Banken und Konzernen.

Brecht die Macht der Banken und Konzerne

Für die Menschen und die Erde

(weitere) Aktion vor Rathaus– RDK7 Abschalten und Solidarität mit Beschäftigten

Anlässlich der heutigen Gemeinderatssitzung versammelten wir uns gemeinsam mit Aktivist:innen von Fridays for Future, Klimacamp und Klimakollektiv vor dem Karlsruher Rathaus. Verhandelt wird dort heute der Antrag über die weitere Abwassereinleitung und -entnahme des Karlsruher Kohlekraftwerks Block Sieben (RDK7). Dieser ist für einen Weiterbetrieb des RDK7 notwendig. Lehnt der Gemeinderat diesen ab, könnte ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz getan werden. Millionen Tonnen Kohlendioxid und tausende Tonnen von Stickoxide ließen sich dadurch vermeiden und der Rhein würde durch weniger Abwasser und -wärme stark entlastet. Klimatechnisch gesehen also ein notwendiger und sehr vernünftiger Schritt!

Gleichzeitig dürfen die aktuell 90 Angestellten, die bei einem Stopp des Weiterbetriebs mit dem Verlust ihres bisherigen Arbeitsplatzes, sowie einer ungewissen Zukunft konfrontiert sind trotzdem nicht vergessen werden. Diese dürfen nicht, wie in unserem System üblich zu den Leidtragenden von Betriebsschließung gemacht werden. Stattdessen braucht es großzügige Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen, Beschäftigungssicherung und ein Verbot von Entlassungen. Die offensichtliche Gefahr ist, das die EnBW auf Kosten ihrer Lohnabhängigen auf den letzten Metern noch weiter Profit einfahren möchte. So, wie die Arbeiter:innen des RDK schon in der Vergangenheit die Kündigung ihrer Kolleg:innen durch eine Arbeitszeitreduzierung mit gleichzeitigem Lohnverlust selbst auffangen mussten.

Wenig verwunderlich stellte, die den Klimawandel leugnende AfD einen Antrag gegen einen eventuellen Entzug der wasserrechtlichen Erlaubnis für die Karlsruher Steinkohlekraftwerke. Sie phantasiert im gleichen Zuge von Blackouts und Klima-Sozialismus und macht sich zum Sprachrohr der Kohlelobby und Konzerninteressen.

In kurzen Redebeiträgen, mit Schildern und Transparenten machten wir Passant:innen und Gemeinderät:innen darauf aufmerksam, das für eine klimagerechte Lösung ein schneller und konsequenter Klimaschutz und der Schutz der Angestellten zusammen gedacht werden müssen! Rechte Parteien wie die AfD bieten keine Lösungen für eine lebenswerte Zukunft. Ein Flyer des Klimakollektivs ergänzte unter anderem die Perspektive der Betroffenen aus den Steinkohleabbaugebieten.

Mit der heutigen Aktion hoffen wir einen ersten kleinen Schritt in Richtung Überwindung des großen Grabens, der zwischen Arbeiter:innen in Kohlekonzernen und Klimabewegung klafft gegangen zu sein. Wir werden uns auch zukünftig solidarisch mit den Beschäftigten zeigen, die in klimaschädlichen Bereichen arbeiten müssen. Denn das Problem sind nicht Sie, sondern ihre Chefs und Konzerne denen sie unterstehen. Die Lösung davon kann nur sein, die Bosse zu entmachten, die Konzerne zu enteignen und eine Gesellschaft ohne Profitzwang zu schaffen.

Die Klimakrise darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden!

Raus zum Gobalen Klimastreik – Für einen antikapitalistischen Ausdruck

Am kommenden Freitag (22. Oktober) ist wieder soweit: Fridays for Future rufen zum nächsten globalen Klimastreik auf. Und Druck auf der Straße aufzubauen ist so nötig wie nie zuvor, denn noch immer wird von Regierung und Konzernen nichts unternommen, was den Klimawandel ansatzweise stoppen könnte.

Die letzte Zeit war von der Bundestagswahl geprägt, aber wer jetzt mit wem regiert ist schlussendlich egal. Letztendlich werden die Entscheidungen immer von Kapitalist:innen beeinflusst und gesteuert. Denn sie besitzen die wirtschaftliche Macht und damit auch den größten politischen Einfluss. Entscheidungen sind immer auf die Steigerung des Profits ausgelegt.

Daher werden wir eine wirkliche Veränderung der Verhältnisse nicht durch Vertrauen in Wahlversprechen und Regierungsparteien erreichen, sondern nur indem wir eine klimagerechte Welt von unten gemeinsam gegen das kapitalistische System erkämpfen.

Für ein demokratisches Wirtschaftssystem in unser aller Hände!

Kommt deshalb um 11 Uhr zum roten Hochtransparent auf der Fridays for Future Demo am Markplatz und beteiligt euch an den Protesten für eine klimagerechte Zukunft.
Aber für alle die früher kommen können, ist der Vortreffpunkt um 10:15 Uhr am Barrio137 (Luisenstraße 31) um Schilder und Transpis mitzunehmen, um mit unseren Inhalten die Demo prägen zu können.

Lasst uns gemeinsam Lützerath verteidigen!

Dass wir die Klimakrise eindämmen müssen, ist allen klar.

Aber lasst uns dafür einen Blick nach NRW in den Braunkohletagebau Garzweiler II werfen:

Um das 1,5 Grad Ziel noch erreichen zu können, dürfte RWE „nur“ noch 200 Millionen Tonnen aus dem Braunkohletagebau abbaggern. Allerdings möchte RWE bis 2038, dem Jahr angepeilten Kohleausstiegs, mit 780 Millionen Tonnen aber noch mehr als das Dreifache aus dem Boden holen – und dafür soll nun Lützerath weichen. Hierfür will RWE den letzten Landwirt, der noch nicht umgesiedelt wurde, zwangsenteignen.
Seit einem Monat hat die Rodungssaison begonnen und ab dem 1. November ist die Enteignung des letzten Landwirts rechtskräftig.
Daher wird die nächsten Wochen überregional nach Lützerath mobilisiert. Nur durch breite Unterstützung vor Ort wie auch hier, kann dieser Kampf gegen die Zwangsenteignung und für eine bessere Gesellschaft im Einklang mit unserem Planeten geführt werden.

Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der kein Profitinteresse einzelner Konzerne Dörfer zerstören, Landwirte enteignen und Wälder roden kann. Wir müssen Konzernen wie RWE die Macht nehmen, damit nach den Interessen von Mensch und Natur gewirtschaftet und produziert werden kann. Dazu müssen Konzerne wie RWE enteignet werden und nicht Bewohner:innen und Landwirt:innen in den Kohlerevieren!

Aber auch hier vor Ort wollen wir Protestaktionen durchführen, um auf Lützerath aufmerksam zu machen und den Druck zu erhöhen.

Wir treffen uns am nächsten Samstag auf dem Friedrichsplatz, als Zeichen der Solidarität und um aufzuzeigen, dass wir nicht alles mit uns machen lassen. Kommt zwischen 13:00 und 16:00 Uhr vorbei und lasst uns anfangen unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen!

Ihr habt Lust die Soli-Aktion mitzugestalten?

Dann kommt am Dienstag den 26. Oktober ins Barrio137 (Luisenstraße 31). Wir treffen uns um 19:00 Uhr und bereiten die Aktion zusammen vor.

Aktion vor Rathaus – GR Sitzung

Aktuell steht die Möglichkeit im Raum das RDK7 stillzulegen. Ein früheres Abschalten des Kraftwerks begrüßen wir aus klimatischer Sicht vollumfänglich.

Allerdings dürfen dadurch die Angestellten nicht zu den Leittragenden einer klimatisch notwendigen Wende werden!

Daher haben wir heute vor der Gemeinderatssitzung Position bezogen und den Hauptausschuss klar gemacht, dass wir ihm über die Schulter schauen und eine klima- und sozialverträgliche Lösung gefunden werden muss.

Die Klimakrise nicht auf den Rücken der Beschäftigten!

Wir werden uns die nächste Zeit mehr mit dem Rhein-Dampf-Kraftwerk (RDK), der Abschaltung und den Forderungen der Angestellten vor Ort beschäftigen. Wenn ihr Interesse habt Positionen mit uns zu schärfen und Aktionen wie diese zu planen und zu machen, dann kommt bei unseren Arbeitstreffen vorbei 🙂

Einladung zum nächsten Arbeitstreffen:

Wie schon angekündigt, ist unsere politische Arbeit nach den Protesten gegen die IAA nicht beendet. Wir werden uns weiterhin organisieren, Aktionen planen und als Teil der Klimabewegung unseren Protest auf die Straße tragen.

Dazu wollen wir euch einladen: Ihr habt am 12. Oktober noch nichts vor? Dann kommt vorbei und plant mit uns Soli-Aktionen zu Lützerath und diskutiert mit uns das Abschalten des RDKs.

Kommt vorbei und macht mit. Denn Klimagerechtigkeit können wir nur selbst erkämpfen!

Besuch bei Grünen Wahlparty

Im folgenden spiegeln wir einen Bericht von Aktivist:innen, die die Wahlparty der Grünen besucht haben und darauf aufmerksam gemacht haben, dass die Grünen „weiterhin ihrem Kurs als Kriegstreiber, Klimakiller und Feind der Lohnabhängigen treu bleiben.“

Die Grünen haben in dieser Bundestagswahl deutlich an Stimmen gewonnen, wenn auch nicht so viel wie noch vor einigen Wochen zu erwarten gewesen wäre. Es lässt sich dennoch davon ausgehen, dass sie Teil der neuen Regierungskoalition sein werden. Geschafft haben sie das, in dem sie sich als Partei verkaufen, die den Klimawandel ernst nimmt, sich jung, modern, sozial und friedlich gibt. Dabei sind sie schon lange nicht mehr als eine Öko-CDU.

Für das deutsche Kapital sind die Grünen inzwischen eine ernstzunehmende Kraft. In den vergangen Jahren erhielt die Partei Großspenden um die 200.000 Euro vom Arbeitgeberverband Südwestmetall. Mitglieder von Südwestmetall sind unter anderem der Automobilkonzern Daimler. Diese Freundschaft findet sich auch in der Klimapolitik der Grünen wieder. Statt wirkliche Veränderungen in Sachen Klimagerechtigkeit zu fordern, bauen die Grünen unter anderem auf E-Mobilität. Das Stärkt auch die Automobilkonzerne bei denen die Profite weiter sprudeln, in dem sie an der Ausplünderung von Rohstoffen und der Ausbeutung von Arbeiter:innen festhalten. Und wer sich kein neues E-Auto leisten kann, ist dann mal eben verantwortlich dafür, dass der Klimaschutz so schleppend voran geht. Eine fortschrittliche Klimabewegung lässt die Grünen dann gerne mal schnell abholzen, wie sich im Dannenröderforst gezeigt hat.

Weitere Mitglieder des Kapitalistenverbandes Südwestmetall sind Firmen wie Heckler und Koch, Diehl Defence oder MTU, die mit Rüstung ihr Geld verdienen. Wer davon ausgeht, die sich friedlich gebende Ökopartei hätte damit ein Problem, hat weit gefehlt. Schon lange haben sie sich von ihrem Image der Friedenspartei entfernt. Den ersten militärischen Tabu-Bruch passierten sie schon 1999 mit der deutschen Beteiligung am NATO-Angriff gegen das damalige Jugoslawien. 2001 ging es mit der Unterstützung des Afghanistanskriegs munter weiter. Kaum eine andere Partei hat so konkrete Vorschläge wie die Verteidigungspolitik eines imperialistischen Deutschlands an der Spitze der EU aussehen kann. Das freut besonders die deutsche Waffenindustrie und mit ihr Firmen wie Rheinmetall und Heckler und Koch.

Mit unserer Aktion wollen wir auch auf den Anfang Oktober anstehenden Blockadetag bei Heckler & Koch in Oberndorf aufmerksam machen. (…)„.

Bilder und der weitere Bericht findet ihr unter diesem Link: https://de.indymedia.org/node/153840

Kundgebung am Wahlsonntag: Wahlen gehen vorbei – die Probleme werden bleiben!

Im Folgenden spiegeln wir den Bericht der Kundgebung am Wahlsonntag:

Außerdem haben wir als Bündnis smash IAA klar gemacht, dass es keinen grünen Kapitalimus gibt und ein Kreuz uns nicht näher auf eine klimagerechte Welt zu steuern:

Denn das, was am ehesten rauskommt, wird ein weiterer Veggi Tag, eventuell ein Plastikbecherverbot oder eine CO2 Steuer, die vor allem die Benzin- und Strom-Preise erhöht – was natürlich wieder uns, die Lohnabhängigen trifft und Konzernen nicht wirklich weh tut.

Gerade Parteien, die uns das Märchen vom grünen Kapitalismus erzählen, spielt es in die Karten, dass immer noch viele denken: „Durch das Regulieren meines eigenen Konsums und nachhaltiges Einkaufen kann ich die Welt retten. Denn meine Nachfrage bestimmt das Angebot.“ Diese Analyse setzt bei den Konsument:innen an und lässt das eigentliche Problem, nämlich die Produktion komplett außen vor. Sie malt ein Bild vom Kassenzettel als kleinem täglichen Stimmzettel.

Doch wenn Nachfrage und Angebot wirklich den Markt lenken würden und ich als Konsumentin wirklich etwas bewirken könnte, dann hätten wir hier in Karlsruhe bezahlbaren Wohnraum und kostenfreien ÖPNV.

Aber was das Angebot wirklich lenkt, sind Profitinteressen. Daher liegt das Problem im Kapitalismus, welcher von Profitmaximierung und neuen Absatzmärkten lebt – und zwar auf Basis der Ausbeutung von Mensch und Natur.

Solange mit dem Prinzip des maximalen Gewinns produziert wird, leidet die Umwelt automatisch. Daher brauchen wir eine andere Art des Wirtschaftens. Es darf nicht weiter nach Profitinteressen produziert werden und nicht einzelne wenige Eigentümer:innen dürfen bestimmen, was produziert wird. Wir müssen demokratisch darüber entscheiden und bestimmen, was wir brauchen und aufgrund dieser Basis entscheiden was und wie produziert wird.

Und die Beschäftigten sind hierbei unsere Verbündeten – denn, wenn es uns bewusst wird, sitzen wir Arbeiter:innen an mächtigen Hebeln.

Daher kann unsere Wahl zur Klimagerechtigkeit nur die des Klassenkampfes sein und unser Ziel, Seite an Seite mit Beschäftigten für eine klimagerechte Gesellschaft einzutreten, zu kämpfen und zu streiken.

Unsere Wahl zur Klimagerechtigkeit führt nur über eine Kampfansage gegen Konzerne und Eigentümer:innenfamilien, gegen den Staat und die Politiker:innen, die mit aller Kraft die Macht dieser versuchen zu sichern.

Wir müssen unsere Zukunft also selbst in die Hand nehmen!

Aufruf zu Aktionstagen „Öffis sind Klasse!“:

Stell dir vor, es ist Klimakrise und Bus und Bahn sind für viele Menschen unbezahlbar. Selbst mit einem Mietauto kommt man oft schneller und günstiger durch die großen Städte als mit den Öffis. Die Ticketpreise werden immer weiter erhöht. Und knapp 7000 Menschen landen jedes Jahr wegen Schwarzfahren im Gefängnis.

Stell dir vor, es ist Klimakrise und Millionen Menschen haben keinen Zugang zum Zugverkehr. In vielen Dörfern und Gemeinden kommt der Bus nur einmal am Tag und die Bahn überhaupt nicht. Seit der Privatisierung der Deutschen Bahn in den 90er-Jahren wurden knapp 6000 km Schiene stillgelegt und mehrere ostdeutsche Städte vollständig vom Fernverkehr abgeschnitten. Für Millionen Menschen in ländlichen Gebieten gilt: Auto – oder zuhause bleiben.

Stell dir vor, es ist Klimakrise und der öffentliche Verkehr soll trotzdem nur dem Profit dienen. Die Arbeitsbedingungen im ÖPNV sind so schlecht, dass knapp 15.000 Stellen unbesetzt sind. Die Beschäftigten kämpfen mit zu kurzen Pausen, unplanbaren Schichten und niedrigen Löhnen. Die Infrastruktur wird privatisiert und an Investor:innen verscherbelt. Regionalbahnhöfe werden zu Geisterbahnhöfen, ohne Klos und ohne Regenschutz. Seit 1999 hat die Deutsche Bahn 2250 Bahnhofsgebäude verkauft. Und wenn Beschäftigte und Fahrgäste sich beschweren, heißt es: „Leider ist kein Geld da!“ Kurz bevor die nächste Milliarde den Kapitalist:innen der Automobilindustrie geschenkt wird.

Stell dir vor, all das ist Realität. Dann hast du Deutschland 2021. Das Land des Auto-Kapitals.

Aber nicht mehr länger. Nicht mit uns.

Wir rufen auf zum dezentralen Aktionswochenende unter dem Motto „ÖFFIS SIND KLASSE. Bus und Bahn für alle!“

Am 10. und 11. Juli wollen wir bundesweit auf die Straße gehen und mit kreativen Aktionen klar machen: Wir wollen Bus und Bahn für alle! Und zwar:

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